Bakhtiari

 
     
 
 
     
 

Die Bakhtiari (persisch: Bachtiyari) sind ein Volk im südwestlichen Iran. Es gibt in wesentlichen zwei Stämme :
1 .Chahr lang (vier Untergruppen)
2. Haft lang (sieben Untergruppen)
Die Bakhtiaris sehen sich als Nachfahren der Fereydun, eine legendärer Held aus dem persischen National Epos, Shahnameh (Nationalepos des persisch klassischen Dichters Ferdosi ) . Das Shahnahmeh wird viel von den Bakhtiari geehrt. Diverse Gedichte aus Shahnameh werden gerne von den Bakhtiari gesungen.
Die Provinz Bakhtiari wird immer mit in Zelten lebenden Normaden verschiedener Stämme identifiziert. Die Art ihres Lebens ist ein der interessantesten  Sehenswürdigkeiten dieses Gebietes. Im Winter ziehen sie in die Steppen im Osten und im Sommer in die Gebiete Tschaharamahal-o-bakhtiaris.
Ein Teil lebt noch als Nomaden von der Hütewirtschaft.

 
     
 
 
     
 

Wenn es Frühling wird, beginnt im Südwesten des Iran die große Wanderung: 300.000 Bakhtiari - Männer, Frauen, Kinder und Greise - brechen dann mit Sack und Pack auf. Und mit ihnen Millionen von Ziegen und Schafen, Pferden, Eseln und Maultieren. Seit Tausenden von Jahren hat sich daran nichts geändert. Ziel ihrer Wanderung ist das Zagros-Gebirge und die Gegend von Zard-kuh-e-bakhtiari (Zard-kuh=gelber Berg). Dort sind die Weiden im Sommer frisch und saftig. 60.000 Quadratkilometer Land gehören den Bakhtiari - auf denen sich die reichsten Wasservorkommen des Irans befinden.
In den Gebirgsgegenden gibt es ausgedehnte von Blumen bedeckte Wiesen. Viele Wälder und Buschgebiete sind ein Lebensraum für zahlreiche Tierarten wie Braunbären, Leoparden, Bergziegen, Widder, Rotfüchse, Schakale, Wildschweine, schöne, seltene Vögel und Wasservögel.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche Flüsse, deren Quellgebiete in den Höhen sind. Davon können besonders Zajande-rud und Karun, der der größte Fluß des Iran ist, genannt werden.
Dieses Gebiet umfasst außerdem Wasserfälle, die zur Schönheit der grünen Natur dieses Gebiets beitragen. Hier liegen einige der höchsten Berge des Irans, deren Höhe über 4500 m ist. (Zard-kuh-e-bakhtiari-Gebirge).
Der wochenlange Treck dorthin ist voller Strapazen. Immer wieder müssen steile Hänge und reißende Flüsse überwunden werden. Nicht jeder schafft es bis zum Ziel. Unterwegs werden Kinder geboren und Hochzeiten gefeiert. Die Bakhtiari haben in der Geschichte Persiens fast immer eine wichtige Rolle gespielt: als tapfere Krieger, als Waffenschmiede und in jüngerer Zeit als Anhänger der Demokratie. Alle Versuche, diesen großen Nomadenstamm sesshaft zu machen, sind fehlgeschlagen.

Ihre religiösen Zeremonien und Volksfeste sind sehr sehenswert. Die Feste werden mit ihrem traditionellen Tanz und Musik gefeiert, die mit dem speziellen Bakhtiarigedicht verbunden ist. Diese Musik hat besondere Stiel- Arten : Die „Maqam“ der Lori-Musik:
„Maqam-galledari“, „ Maqam-e-barzegari“….Insgesamt gibt es ca. 25 verschiedene Arten.
Maqam bedeutet die Beziehung mit einem Thema, einem Anlass oder einer besonderen Zeremonie oder einem traditionellen Ritus des nomadischen Menschen. „Maqam-e-gahgeryu“, bedeutet die Zeit für Trauer. „Lachak Riali“ steht in  Zusammenhang mit einer gemeinsamen Tradition bei den Bakhtiari Frauen, die ihre Schals schmücken. Diese Melodie zu hören bedeutet freudvolle Momente zu erleben und ist der Favorit vieler Bakhtiari.
Jeder Stamm hat einen Sänger , den „Tuschmal“. Dieser singt sowohl bei Hochzeiten, als auch bei Trauerfeiern und hat einen sehr bedeutenden Rang. Ihre wichtigsten Instrumente:
„Kurnah“ (Trompete) „Dohol“(große Trommel) und „Sornah“( Schallmeie).
Die traditionellen Lieder werden in lorischem Dialetkt vorgetragen.
Es gibt viele traditionelle Volkstänze, wie Hochzeitstanz, „Taschentüchertanz“, „Ruhigen Tanz“, „Schnellen Tanz“ und den Statuentanz bei dem still gestanden werden muß, wenn die Musik unterbrochen wird.

 
     
   
 
Hochzeitstanz
 
     
 

Des Weiteren spielen Handwerkkunst in dieser Gegend eine wichtige Rolle, dabei kann besonders die bekannte Bakhtiari- Teppichknüpferei genannt werden. Ebenso das Filzwalken.
Das Pferdereiten und Polo“ Tschouganbazi“ sind traditionelle Sportarten in dieser Region. Da es viele Kalkberge gibt, sind in diesem Gebiet viele weit verzweigte Höhlen. 
Die Bakhtiari waren an der „Konstitutions-Revolution“ im Anfang 1990 im Iran maßgebend beteiligt.
Diese Revolution wurde von Intellektuellen des Landes getragen, die die Macht des Schahs beschränken wollten und forderten ein Parlament mit Abgeordneten.
Die Bakhrtiari gelten daher als Befürworter der Demokratisierung des Staates.
Bei den Bakhtiari haben die Frauen einen höheren Status und Freiheit als die meisten Iranischen Frauen und viele der Töchter sind aufgefordert mindestens eine allgemeine Grundlagenbildung zu absolvieren. Viele bedeutende Persönlichkeiten gehören von ihrer Herkunft zum Bakhtiari Volk.