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Abu`Ali al-Husayn ibn`Abd Allah ibn Sina, lateinisiert Avicenna
Geboren: 980 in Afschana bei Buchara im damaligen persischen Samanidenreich, heute Usbekistan
Gestorben: 1037 in Hamadan im heutigen Iran.
Er war persischer Arzt, Physiker, Philosoph und Wissenschaftler. Er zählt zu den berühmtesten Persönlichkeiten seiner Zeit und wird aufgrund seiner philosophischen Arbeit auch von einigen Mystikern dem Sufismus zugerechnet .
George Sarton bezeichnete Ibn Sina als „den berühmtesten Wissenschaftler des Islam und vielleicht aller Zeiten“.
Avicenna war ein brillante Heilkundiger und Denker mit herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Medizin und der Philosophie.
Er verfasste viele Haupt und Nebenwerke in Philosophie, Medizin, Theologie, Geometrie und Astronomie.
Sein um 1030 entstandenes Hauptwerk Canon medicinae (Kanon der Medizin), löste die Klostermedizin des christlich-lateinischen Abendlandes durch wissenschaftliche Verfahren ab und zählte im Mittleren Osten wir in Europa lange zu den bedeutendsten medizinischen Lehrbücher. Es wurde zur Grundlage der wissenschaftlichen Heilkunst und stand gleichrangig neben den Schriften des Hippokrates (460-370 v. Chr.) und des Galen (129- 199 ) an allen bedeutenden europäischen Universitäten.
Das Werk besteht aus fünf Büchern, in denen die gesamte Medizin der damaligen Epoche systematisch klassifiziert und den Kenntnissen entsprechend abgehandelt wird.
Der Kanon wurde um die Mitte des 12. Jahrhunderts von Gerhard von Cremona in Toledo ins Lateinische übersetzt.
Auch die philosophischen Schriften Avicennas bedeuteten einen Meilenstein in der Geschichte vor allem der Philosophie. Sein diesbezüglich bekanntestes Werk trägt den Titel „Kitab ash-Shifa“ (die Heilung) und enthält Beiträge über aristotelische Logik, Metaphysik, Psychologie, Naturwissenschaften und andere Themen.
In dem persischen Sprach- und Kulturkreis wird er vom Volk als Held verehrt. Er gilt als einer der größten Perser überhaupt.
Auch in Europa wird Avicenna noch heute sehr geschätzt. Sein Werk Kanon blieb bis ins 17. Jahrhundert eins der Hauptwerke der medizinischen Wissenschaft.
Sein Portrait befindet sich u.a. in der Halle der medizinischen Fakultät der Universität von Paris.
Außerdem führt er ein literarisches Nachleben. So studiert in Noah Gordons Bestseller „Der Medicus“ der Protagonist des Romans bei Ibn Sina Medizin.
Im historischen Roman „Die Straße nach Isfhan“ von Gilbert Sinoue ist Avicenna sogar die Hauptfigur, das Buch beschreibt seinen Lebensweg von seiner Jugend, bis zu seinem Tod.
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